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Ein Saisonrückblick
Mittwoch, den 07. April 2010 um 20:00 Uhr

Ein paar Tage sind seit dem Freundschaftsspiel des ESC gegen Kristall Lippstadt vergangen, das die Sommerpause eingeläutet hat. Zeit also, wie ich meine, einen kleinen Saisonrückblick zu schreiben.

Am 25.10.2009 war es für unsere Jungs soweit: Das neu formierte Team des ESC Paderborn trat auswärts gegen Brackwede an und verlor gleich das erste Spiel in der Bezirksliga mit einem Tor Unterschied. Später sollte sich herausstellen, dass man gegen den Aufsteiger mit nur einem Tor Unterschied verloren hat.

Der denkwürdigste Tag aber war der 6. November 2009! Um 20.30 wurde das erste mal der Puck zu einem Ligaspiel in der Eishalle Paderborn eingeworfen. Gegner auf heimischem Eis war der TSVE Bielefeld. Das erste Heimspiel, das erste Derby und eine handvoll Zuschauer.
Gut, der ESC verlor haushoch mit 5:10, aber einem Team, das erst ein einziges Ligaspiel in dieser Formation bestritten hat, kann man da überhaupt nicht böse sein. Neben dem verlorenen Spiel gab es auch einige....Kuriositäten am Rande des Spieles. Da war zum Beispiel DJ Jens, der beim Vorstellen der Spieler besonders bei Sergej Rjasanzev sich absolut verhaspelte (Für DEL-Insider: Das hatte schon fast Qualität vom Mannheimer Sprecher Udo). Auch klappten die Musikeinspieler noch nicht so wie gewünscht und - was ziemlich übel für die Fans war - das Bier ging dem Gastronomiebetreiber aus! Nun, eigentlich kann ja gerne vieles schiefgehen: Zamboni kaputt, Licht fällt aus, Hallendach stürzt ein, das ist alles kein Problem. Aber kein Bier mehr da, ist für Eishockeyfans das Armageddon, der Super-GAU! Okay, das war auch das letzte Mal, dass zu wenig Bier angekarrt wurde! Es zeigt aber auch, dass man mit so vielen Fans nicht gerechnet hatte, obgleich es nur etwa 200 Zuschauer waren. Oh und auch Radio Hochstift war mit einer sympathischen Reporterin vor Ort. Dass man aber mit Sommerklamotten nicht Anfang November zu einem Eishockeyspiel geht, das in einer an drei Seiten offenen Eishalle stattfindet, geht, hat sie sehr schnell begriffen. Und wohl auch bitter bereut! Aber sie hat tapfer ausgehalten und mit leicht vor Kälte zitternden Händen die Zuschauer in der Drittelpause interviewt.
Nun ja dass aber auch für den Hallenbetreiber das Spiel eine Feuertaufe war, zeigte sich in der leichten Nervosität der Ordner, die immer wieder darauf hinwiesen, dass man aufpassen sollte. Natürlich ist das richtig und wichtig, aber Eishockeyfans wissen das und die Situation wurde von Spiel zu Spiel auch wesentlich entspannter.

Die Ligarunde ging jedenfalls weiter und der ESC Paderborn zog von Niederlage zu Niederlage. Die Fans machten aber im Gegenzug vo Heimspiel zu Heimspiel etwas mehr Krach und auf einmal platzte der Knoten! Am 11.12.2009 gewann der ESC im Heimspiel gegen Bergisch-Gladbach mit 11:4! Die Fans feierten und das Team stand ein wenig unsicher auf dem Eis herum, bis sie realisierten, was eben passiert war (so zumindest mein Eindruck). Die Welle schwappte vom Team zu den Fans und zurück.

Eine Woche und einen Tag später, am 19.12., kam dann der nächste sportliche Erfolg: Der erste Auswärtssieg! Dummerweise gab es einen Fehler im Spielbericht und das Spiel wurde dadurch mit 0:5 gewertet. Sportlich gewonnen, regeltechnisch aber verloren. Eine bittere Pille, die man aber auch schlucken muss.

Von da an aber schwimmen der ESC und somit auch die Fans auf einer kleinen Erfolgswelle:
Das letzte Ligaspiel gegen Bergisch-Gladbach wurde auch gewonnen und man schloss - trotz der anfänglichen Niederlagen - die Ligarunde als 4. ab.

Dann kam die Pokalrunde und die Erfolgsserie konnte hier fortgesetzt werden. Nordhorn hat sich in beiden Spielen als schwacher Gegner erwiesen, Bergisch-Gladbach dagegen bekam durch Verstärkungen aus höheren Ligen, enormen Auftrieb und wurde eine harte Nuss, die unser Team nicht knacken konnte.
Bielefeld dagegen konnte einmal mit 9:0 auswärts besiegt werden (und damit auch der erste Shut-Out erzielt werden) und im Rückspiel mit 6:5 besiegt werden.

Damit hat das Team die Pokalrunde als Zweiter abgeschlossen.

Im Nachhinein erfuhren wir (Fans), dass dem ESC sogar der Aufstieg in die Regionalliga angeboten wurde, dies aber aus finanziellen Gründen abgelehnt wurde. in Zeiten, in denen man überall sparen und auf das Geld achten muss, eine sehr weise Entscheidung!

An dieser Stelle verlasse ich jetzt einmal die nüchtern.objektive Sichtweise und nehme mir das Recht, einzelne Spieler herauszugreifen:
Fange ich bei den Stürmern an und nenne Artjom Roschkow, der mir dadurch aufgefallen ist, dass wenn er eine Lücke in der gegnerischen Verteidigungslinie sieht, wie ein Irrer lossprinten kann und mit hartem Schuss den Puck auf das gegnerische Tor zimmert. Oftmals zusammen mit Vladi Tropmann (der auch unwahrscheinlich schnell skatet) geniale Pässe spielt, um die gegnerische Defense auszutricksen. Ausserdem Johannes Derksen, der wie ein Wirbelwind vor dem gegnerischen Tor hin und her flitzt.
Bei den Verteidigern ist natürlich Dennis Weinrich ein Fels! Der Schrecken eines jeden Stürmers, der vor unserem Tor auftaucht. Dann natürlich Stefan Goldapp, der mit toller Technik den Gegnern immer wieder den Puck stibitzt und mit seiner Erfahrung auch das ein oder andere Verteidigertor schiesst. Zudem finde ich persönlich seine Skatingtechnik und das Handling des Pucks an der Kelle erstklassig. Das Verteidigerpaar Weinrich/Goldapp harmoniert - wie ich finde - trotz (oder gerade wegen?) der völlig unterschiedlichen Physis beider Spieler sehr gut.

Diese Herausstellung soll natürlich nicht die Leistung der anderen Spieler mindern, im Gegenteil, da wir ja noch (hoffentlich) viele Spiele und Saisons mit unseren Jungs vor uns haben, kommen beim Saisonrückblick 2011 dann andere Spieler an die Reihe.

Und als kleine Vorausschau: Bis zum Herbst ist es lange hin, der Sommer ist lang (und das ist auch gut so!) und ich wünsche mir, dass die Eishockeyszene sich noch weiter vergrössert. Natürlich darf man nie vergessen, dass auf dem Eis Amateure stehen, die aus Spass am Eishockey spielen.
Dennoch wäre es natürlich toll, wenn - so lange es die Finanzen zulassen - in Paderborn der Aufstieg in die nächsthöhere Liga gefeiert werden kann und zwar auf Grund des sportlichen Erfolges. Wenn also das Team für die nächste Saison als Ziel den Aufstieg anvisiert, dann müssen wir Fans da kräftig mitziehen!

Und als Schlusswort sage ich ganz einfach: Danke Jungs, für die vergangene Saison! Ihr seid ein tolles Team!

 

Tabelle


Team Sp. P.
1 Kristall Lippstadt 10 26
2 SV Brackwede 10 22
3 ESC Paderborn 10 15
4 Lippe-Hockey Hamm 1b 10 12
5 EHC Netphen 1b 10 9
6 TSVE Bielefeld 10 6

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